Himbeerblättertee – Wirkungsweise und Anwendung

Weitläufig bekannt sind eigentlich nur die kleinen roten Beeren des Himbeerstrauchs (Rubus idaeus), es steckt aber noch mehr in der Pflanze. Die Früchte enthalten eine Menge an Inhaltsstoffen, was sie auch für die Volksmedizin interessant macht. Die Beeren verfügen über ein breites Wirkungsspektrum, denn sie sind nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzlindernd, blutreinigend und sie regeln die Verdauung auf natürliche Weise.

Der Himbeerblättertee wird vor allem wegen seiner Wirkung in der Schwangerschaft und besonders kurz vor einer Geburt von Hebammen empfohlen. Der Tee ist ein Aufguss aus den getrockneten Blättern des Strauches. Wissenschaftlich belegt ist die medizinische Wirksamkeit nicht vollständig, aber unterschiedliche Studien belegen, dass Frauen während der Geburt, kürzere Wehen Phasen haben.

Die Wirkung von Himbeerblättertee

Himbeerblättertee wird auch gern als Schwangerschaftstee bezeichnet. Er soll den Muttermund, als auch den Beckenboden lockern und somit eine Geburt um einiges leichter machen. Der Aufguss wirkt krampflösend und entspannend, aber er darf auf keinen Fall zu früh zu sich genommen werden, denn er ist Wehen auslösend.

Allerdings ist Himbeerblättertee in der Lage, kurz vor der Geburt das Wohlbefinden und einen guten körperlichen Allgemeinzustand der werdenden Mutter herbeizuführen. Das Stichwort Himbeerblättertee fällt immer wieder, wenn es um eine bevorstehende Geburt geht. Hierbei handelt es sich um einen Kräutertee, mit einem süß- herblichen Geschmack.

Erworben werden kann der Tee zum Beispiel in der Apotheke, in gut sortierten Drogeriemärkten, aber auch über spezielle Onlineshops. Die Preise bewegen sich in der Regel zwischen 2 und 4 Euro und er ist sowohl in loser, als auch in Teebeutel- Form erhältlich.

Die Blätter stecken voller gesunder Vitamine und vereinen gleich mehrere Wirkungen. Unter anderem sind es:

  • vitalisierend
  • krampflösend
  • beruhigend
  • entschlackend
  • entgiftend

Vor allem Schwangere können kurz vor einer Geburt profitieren, denn Himbeerblättertee fördert die Durchblutung, öffnet und erweitert den Muttermund und das gilt wiederum zur Vorbeugung eines Dammschnitts.

Weitere Wirkungen können erzielt werden:

  • Linderung von Menstruationsbeschwerden
  • Regulierung des Hormonhaushaltes
  • Steigerung der Fruchtbarkeit
  • Regulierung vom Zyklus

Ist Himbeerblättertee wirklich Wehen fördernd?

Es wird davor gewarnt, den Himbeerblättertee vor der 34. Schwangerschaftswoche zu trinken. Größere Mengen sind in der Regel nicht vorgesehen, es sollte sich um nicht mehr, als 3 bis 4 Tassen am Tag handeln. Ob der Tee tatsächlich Wehen auslösen könnte, ist nicht erwiesen. Wenn es sich zugetragen hat, sind vermutlich höhere Dosen über einen längeren Zeitraum verteilt, der Grund dafür.

Hinweis:
Der Handel bietet sogenannte spezielle „Wehen Tees“ an. Sie bestehen aus einer Mischung von bestimmten Gewürzen, wie beispielsweise, Zimt, Nelken, Ingwerwurzel und Verbene. Allerdings sollte auch dieser Tee nie ohne Zustimmung einer Hebamme oder eines Arztes zu sich genommen werden. Bitte nie einfach so einnehmen, Dosierungen und Dosen sind genau abzusprechen.

Bei der Geburtsbeschleunigung den Himbeerblättertee erwirken soll, geht es nicht um eine echte Beschleunigung der Wehen, sondern vielmehr darum, eine Geburt in einem gleichmäßigen Rhythmus ablaufen zu lassen. Er eignet sich auch nicht, um eine Geburt einzuleiten, sondern soll nur dabei helfen, wenn der errechnete Termin bereits überschritten ist.

Wann darf Himbeerblättertee zur Anwendung kommen?

Dir Wirkstoffe im Tee sollen Wehen fördernd wirken und er darf nur dann zur Anwendung kommen, wenn der tatsächlich errechnete Termin da ist oder eben überschritten wurde. Bis zum Beginn der 37. Woche gilt ein Neugeborenes als ein spätes Frühchen.

Frauen die sich dafür entscheiden, den Himbeerblättertee bei Schwangerschaftsübelkeit zu nutzen, müssen ebenfalls die Hebamme oder den behandelnden Gynäkologen einweihen, die die Einnahme sorgfältig überwachen.

Diversen werdenden Müttern wird von ihrer Hebamme empfohlen, Himbeerblättertee zu sich zu nehmen. Allerdings ist das Vorhaben immer mit einem gewissen Risiko verbunden und darf nie ohne eine Einwilligung vom Arzt stattfinden.

Auch wenn die Wirkungen bis heute nur auf Überlieferungen beruhen, ist eine Einnahme nur bedingt zu empfehlen. Es existieren keine Vergleichsdaten mit denselben schwangeren Frauen, die sich in der gleichen Geburtssituation befanden.

Es ist nicht überprüfbar, ob es die Vorteile gibt und für welche Frauen generell sich eine Einnahme lohnt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Studien, die einen konkreten Beweis über die Wirksamkeit liefern.

Vorsicht!
Es ist nicht auszuschließen, dass sich Himbeerblättertee nicht sogar nachteilig auf ein Baby im Mutterleib auswirkt. Schwangere, die keine Fehl- oder zu frühe Geburt erleiden möchten, sollten auf eine Einnahme verzichten.

Zudem kann der Tee wie Östrogen wirken und somit unerwünschte Nebenwirkungen nach sich ziehen. Der Hormonhaushalt kann ins Schwanken geraten und es kann, wie schon erwähnt, zu einer Frühgeburt kommen.

Wie in anderen Fällen auch, ist es die Menge, die aus einem normalen Kraut ein Gift macht. Daher ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass Schwangere nie ohne Einverständnis von Hebamme oder Arzt einen Himbeerblättertee zu sich nehmen sollten.

Himbeerblättertee und Anwendungen

Die Himbeere ist ein zweijähriger Strauch, dessen Blütezeit im Mai beginnt. Die Früchte stehen zwischen Juni und August zur Ernte bereit. Die Himbeere wird seit längerer Zeit kultiviert, wobei sie nicht nur ein leckeres Nahrungsmittel ist, sondern auch zu medizinischen Zwecken verwendet wird.

Die getrockneten Blätter und die Triebspitzen sind in der Naturheilkunde von Vorteil. Sie werden als Tee oder als Teemischungen gegen Magenschmerzen empfohlen, weiterhin dient ein Aufguss zur Unterstützung von Harn- und Gallenabsonderungen.

In Kombination helfen Himbeerblätter ebenfalls gegen Blähungen. Insbesondere seit dem Mittelalter gelten die Blätter der Himbeere, als eine Art „Allheilmittel“. Dieses wurde besonders bei Schwangerschaften genutzt, um der Morgenübelkeit habhaft zu werden und auch zur Vorbeugung gegen Fehlgeburten. Weiterhin wurde der Tee verabreicht, wenn es um die Abmilderung von Wehen- Schmerzen ging.

Himbeerblättertee selber herstellen

Die Himbeere oder auch Mutterbeere genannt, gehört zu den heimischen Rosengewächsen. Es existiert eine enge Verwandtschaft zur Aprikose und zur Brombeere. Schon bei den alten Griechen und Römern (Plinius und Dioskurides), war sie bekannt, was in Schriften belegt ist.

Gerade in der Frauenheilkunde kommen die Blätter zum Tragen. Allerdings müssen sie vor der Blüte geerntet werden. Als Teezubereitung sind die Blätter zu trocknen und erst dann zu verwenden. Während dem Trocknungsprozess müssen die Blätter wiederholt mit Wasser besprüht werden.

Nach dem Trocknungsvorgang 1 bis 2 Teelöffel geschnittene Himbeerblätter mit kochendem Wasser übergießen und sechs bis zehn Minuten ziehen lassen.

Himbeerblättertee lässt sich hervorragend mit anderen Kräutersorten kombinieren. Dazu gehören unter anderem:

  • Frauenmantel
  • Melisse, wirkt beruhigend
  • Johanniskraut, wirkt nervenstärkend
  • Brennnessel, wirkt blutreinigend

Die Inhaltsstoffe:

Himbeerblättertee ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Er enthält vor allen Dingen größere Dosen an Vitamin C, Eisen und Kalzium. Zudem finden sich in den grünen Blättern Phytohormone, die eine ähnliche Wirkung wie Östrogen zeigen. Diese wirken sich positiv auf die Reifung der Eizelle, sowie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut aus.

Die Inhaltsstoffe im Himbeerblättertee wirken im Körper wie ein Arzneimittel, daher kann es auch einige Gegenindikationen geben. Nicht getrunken werden darf der Tee unter anderem:

  • falls es schon zu vorzeitigen Wehen kam
  • in der zweiten Schwangerschaftshälfte Blutungen auftraten
  • bei Bluthochdruck
  • sollte ein Kaiserschnitt geplant sein
  • bei Mehrlingsgeburten

Von der Heilkraft des Himbeerblättertees profitieren auch Mütter im Wochenbett. Er regt nicht nur die Darmtätigkeit an, sondern wirkt entgiftend und entschlackend. Daneben kann der Tee aber auch zur Erfüllung eines bestehenden Kinderwunsches unterstützen, denn die Wirkstoffe wirken zyklusregulierend und können den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterstützen.

Himbeerblättertee zur Erleichterung des Geburtsvorganges

Ab der 34. Schwangerschaftswoche können zwei bis drei Tassen am Tag nicht schaden. Der Tee dient dazu, die Beckenmuskulatur und den Muttermund zu lockern und somit eine einfachere Geburt zu fördern. Im Geschmack erinnert der Himbeerblättertee stark an das herbe Aroma von Schwarztee, beide Varianten besitzen einen hohen Gerbstoffgehalt.

Für die Heilwirkung sind die Gerbstoffe in einem höheren Maß mitverantwortlich, wobei die Himbeerblätter eher von schwangeren Frauen mit einem gestörten Zyklus geschätzt werden. Bekannt ist der Tee vor allen Dingen aus der Frauenheilkunde, denn er dient zur Behandlung von klassischen Frauenproblemen. Andere Heilkräuter gehören ebenfalls in diese Kategorie:

  • Frauenmantel
  • Storchenschnabel

Hebammen berufen sich bei diesen Themen gern auf die Mutter der heilpflanzlichen Wirkungen, Hildegard von Bingen. Schon sie empfahl Beerenfrüchte, wie Himbeeren, Brombeeren oder Preiselbeeren bei diversen gesundheitlichen Problemen. Dazu zählen:

  • Probleme mit dem Zyklus
  • Gallenblasenentzündung
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Fieber

Auch in der traditionellen Chinesischen Medizin werden die Himbeerblätter seit langer Zeit genutzt, um den Menstruationszyklus zu regulieren.

Im Altertum wurden die Blätter genutzt zum:

  • Gurgeln bei Rachenentzündungen
  • als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen und Mundgeschwüren
  • Waschungen mit dem Sud bei bestehenden Hauptproblemen

Pflanzliche Gerbstoffe desinfizieren und regulieren den Zyklus

Zu den in den Himbeerblättern enthaltenen Gerbstoffen zählen unter anderem Tannine (Fachbegriff für Gerbstoffe), die nur in Pflanzen vorkommen. Sie werden in den Himbeerblättern überwiegend durch Ellagitannine gestellt, die mit einem Gehalt von 2,5 bis 7 % enthalten sind.

Im menschlichen Körper bekämpfen Tannine:

  • Haut- und Schleimhautentzündungen
  • mikrobielle Infektionen (durch Pilze oder Bakterien verursacht)
  • Schwermetallvergiftungen

Die Stoffe gelangen teils über die Nahrung, aber auch durch Schadstoffbelastung in den weiblichen Körper und stören dort den Zyklus, zum Beispiel durch einen verzögerten Eisprung.

Himbeerblättertee dient durch seine reinigende Funktion zur Zyklus- Regulierung. Ebenso sorgt er für eine gesunde Gebärmutterschleimhaut und schützt vor Krankheitserregern. Zusätzlich wirken die Gerbstoffe auch:

  • wundstillend
  • krampflösend
  • schmerzlindernd

Himbeerblätter enthalten zudem Flavonoide, welches auch in anderen Heilpflanzen (Mönchspfeffer, Aronia, Hamamelis, Leinkraut, Malve, Ginkgo) zu finden ist. Zwar sind die Flavonoide nur mit 0,5 bis 1 % vertreten, reichen jedoch aus, denn pflanzliche Farb-, als auch Aromastoffe ähneln den Tanninen nicht nur im Geschmack. Sie weisen dieselbe Wirkungsweise wie Gerbstoffe auf, übertreffen diese zeitweise sogar.

Flavonoide helfen dem Körper auch bei der Entwässerung. Schadstoffe werden leichter ausgeschieden, was sich auf die Entgiftung vom Uterus vor einer Schwangerschaft hilfreich auswirkt. Zudem sind im Himbeerblättern diverse Mineralstoffe zu finden, die besonders für Frauen wertvoll sein können.

Wichtig ist besonders das Eisen, denn bekanntlich verlieren Frauen bei einer Geburt sehr viel Blut. Um Mineralvorräte danach wieder aufzufüllen und die Blutbildung zu fördern, ist Eisen unabdingbar. Der Himbeerblättertee kann hierbei wertvolle Hilfe leisten.

Das gleiche gilt für Kalzium, welches ebenfalls reichlich in den Blättern vorhanden ist. Kalzium sorgt essentiell für:

  • einen geregelten Eisprung
  • Blutgerinnung
  • Blutreinigung
  • Nerven- und Muskelfunktion
  • Knochenentwicklung des Ungeborenen
  • Bildung von Muttermilch

Ein weiterer wichtiger Nährstoff ist Vitamin C. Es übernimmt eine Vielzahl wichtiger Funktionen, darunter fällt der weibliche Progesteron- Spiegel. In einer Schwangerschaft sorgt Progesteron für einen ruhigstellenden Effekt auf den Uterus, außerhalb einer Schwangerschaft können erhöhte Progesteronwerte hingegen zu Störungen im Zyklus führen.

Zudem sorgt Vitamin C für eine vermehrte Ausschüttung von Östrogen. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Geschlechtshormon von Frauen. Zuständig ist Östrogen für:

  • Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut
  • zur Förderung der Kontraktionsfähigkeit innerhalb des Uterus
  • Öffnung des Muttermundes

Wirksame Inhaltsstoffe in Himbeerblättern:

Gerbstoffe:antimikrobiell, entgiftend, krampflösend, schmerz- und wundstillend
Flavonoide:antioxidativ, desinfizierend, entzündungshemmend, krampflösend, gefäßschützend, entwässernd
Mineralstoffe:essentiell wertvoll, um Eisen- und Kalziumbedarf während Menstruation, Schwangerschaft und Stillzeit zu decken
Vitamine C:stimuliert Östrogenausschüttung, befördert Menstruation und Geburtswehen

Wichtig:
Im Wochenbett oder nach einer Fehlgeburt, muss zur Einnahme von Himbeerblättertee mit dem zuständigen Arzt, eine individuelle Regelung getroffen werden. Je nach Gesundheitsstatus bedarf eine Dosierung einer speziellen Anpassung, da der weibliche Körper in diesen Phasen noch sensibler reagiert.

Himbeerblättertee Dosierungen:

Die Himbeere oder auch Katzenbeere oder Hohlbeere gehört zum Sortiment der gesunden Früchte einfach dazu. Die Beere ist zwar schon lecker und gesund, aber auch die Blätter haben es in sich. Leider schmeckt der Himbeerblättertee nicht nach Himbeeren, aber er kann wertvolle Dienste leisten, gerade wenn es um das Thema Schwangerschaft geht.

Aus der Frauenheilkunde ist der Tee nicht mehr wegzudenken, auch wenn es bis heute keine wissenschaftlich belegte Aussagen gibt. Er ist das Wundermittel für Hebammen, die auf eine lange Erfahrung zurückgreifen können.

Himbeerblättertee wird erst ab der 37. Woche über einen Zeitraum von 7 Tagen getrunken. So kann eine vorzeitige Öffnung vom Muttermund vermieden werden. Die einzelnen Dosen betragen:

  • SSW- Täglich 1 Tasse
  • SSW- Pause
  • SSW- täglich bis zu 4 Tassen
  • SSW- Pause

Die empfohlenen Pausen sind besonders wichtig, um eine Überdosierung zu vermeiden. Direkt vor einer Geburt darf Himbeerblättertee zum Einsatz kommen, da er die Wehen- Tätigkeit fördern soll.

Pro Tasse einen Teelöffel Himbeerblätter mit kochendem Wasser übergießen. Das Übergießen mit sprudelndem, kochendem Wasser ist enorm wichtig, da bei selbst gepflügten Blättern das Risiko hoch ist, sich mit den Fuchsbandwurm- Viren zu infizieren. Zum Süßen wird Honig empfohlen.

Eine Kombination mit anderen Teesorten ist ebenfalls möglich, sollte jedoch im Vorfeld mit der Hebamme besprochen werden. Himbeerblättertee gehört zu jenen Heilkräutern, deren Wirkung medizinisch zwar nicht nachgewiesen, aber durch jahrzehntelange Erfahrung in der Praxis belegt ist.

Die Blätter sind reich an Vitamin C, sie enthalten Kalzium, Eisen und Magnesium. Aber der Tee verfügt auch über andere Wirkungen, die in einer frühen Schwangerschaft nicht erwünscht sind und sogar zu einem gewissen Risiko beitragen können.

Für Frauen, die sich eine Schwangerschaft wünschen, ist er auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Sollte es zu einer Befruchtung kommen, wird der Eizelle das Einnisten in die Gebärmutter erleichtert.